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Open Source

Software, die dir nicht kündigen kann

Offene Software ist kein Verzicht. Sie ist die Version, bei der du entscheidest, wann sich etwas ändert — und nicht der Hersteller.

Die Mail vom Hersteller

Zum Widerspruch genügt eine formlose Kündigung. Und ein neuer Plan.

„Wir passen zum 1. April unsere Preise an.“ Zwölf Prozent. Im Jahr davor waren es neun.

Man rechnet nach, was ein Wechsel kosten würde, und stellt fest: Die Daten liegen in einem Format, das nur dieses eine Programm sauber liest. Damit ist die Frage beantwortet, und zwar nicht zu den eigenen Gunsten.

Der Kern

Es geht selten um Lizenzkosten. Es geht darum, wer den Termin bestimmt.

Worum es wirklich geht

Die Diskussion wird meist über den Preis geführt, aber das ist der kleinere Teil. Entscheidend ist Abhängigkeit. Wenn deine Daten in einem Format liegen, das nur ein einziges Programm lesen kann, und dieses Programm im Abonnement steckt, dann verhandelst du nicht mehr über den Preis. Du zahlst ihn.

Der Mechanismus ist immer derselbe und er ist auch nicht böse gemeint: Ein Hersteller, der weiß, dass ein Wechsel für dich teuer wäre, kann seinen Preis am Wechselaufwand ausrichten statt an seinen Kosten. Das ist betriebswirtschaftlich vernünftig — für ihn.

Offene Formate und offene Software drehen das um. Du kannst wechseln: den Anbieter, den Dienstleister, auch mich. Genau deshalb empfehle ich es. Nicht, weil das Ergebnis immer schöner wäre, sondern weil du die Wahl behältst.

Und ganz nebenbei sind die laufenden Kosten meist niedriger — vor allem dort, wo pro Kopf und Monat abgerechnet wird und ein Betrieb wächst.

Bild dazu
Geschlossenes gegen offenes FormatZwei Gegenüberstellungen. Links liegen die Daten in einem Format, das nur ein einziges Programm im Abonnement lesen kann; der Preis richtet sich dann nach dem Aufwand eines Wechsels. Rechts liegen dieselben Daten in einem offenen Format, das mehrere Programme lesen können; der Preis richtet sich nach der Leistung.GESCHLOSSENES FORMATDeine Datenlesbar nur miteinem Programmim AboPreis richtet sich nachdeinem WechselaufwandOFFENES FORMATDeine Datenlesbar mitmehreren ProgrammenwechselbarPreis richtet sich nachder LeistungEs geht selten um Lizenzkosten. Es geht darum, wer den Termin bestimmt.

Der Unterschied liegt nicht im Funktionsumfang, sondern darin, woran sich der Preis bemisst.

Konkret

Was sich womit ersetzen lässt

Microsoft 365 → Nextcloud

Dateien, Kalender, Kontakte, Videokonferenz und gemeinsames Bearbeiten — auf deinem eigenen Server. Mit Anbindung an Outlook, wenn du das behalten willst.

Exchange → Mailserver mit offenen Standards

IMAP, CalDAV, CardDAV. Funktioniert mit jedem Programm, auch mit Outlook und Apple Mail — nicht nur mit einem.

Windows Server → Linux

Für Datei-, Web- und Datenbankdienste meist unkompliziert. Was zwingend Windows braucht, bleibt Windows.

Teams → Matrix oder Nextcloud Talk

Verschlüsselte Kommunikation ohne Konto beim Hersteller. Für viele Betriebe reicht das vollkommen.

Office → LibreOffice oder OnlyOffice

Für den Alltag problemlos. Bei komplexen Excel-Modellen mit Makros ist Vorsicht angebracht — das sage ich vorher und nicht hinterher.

Dropbox → eigener Speicher

Gleiche Bedienung, gleiche Synchronisierung, aber die Dateien liegen auf deinem Server in Deutschland.

Ablauf

Wie der Umstieg abläuft

Haltung

Ein Umstieg, der alles auf einmal umstellt, ist kein Umstieg. Er ist ein Ausfall mit Ankündigung.

Deshalb Bereich für Bereich, mit Parallelbetrieb und Rückweg — auch wenn es länger dauert.

Fragen

Fragen zum Umstieg

Die Lizenz ja, die Arbeit nicht. Du sparst die laufenden Abogebühren, zahlst aber Einrichtung und Betreuung. Bei kleinen Teams rechnet es sich meist nach ein bis zwei Jahren, bei größeren früher — weil Abopreise pro Kopf gelten und Serverbetrieb nicht.

Dann bleibt sie unter Windows. Ein Umstieg heißt nicht, dass alles weg muss — nur das, wofür es eine gute Alternative gibt. Bei den meisten Betrieben ist das Ergebnis eine Mischung.

Ja, aber weniger als befürchtet. Der Umstieg von Word auf LibreOffice kostet ein paar Tage Gewöhnung. Was wirklich Widerstand erzeugt, sind ungewohnte Abläufe — deshalb wird geschult und nicht nur installiert.

Ich. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen offener Software mit Betreuung und offener Software zum Selbermachen — die Software ist in beiden Fällen dieselbe.

Dann geht das. Offene Formate lassen sich exportieren, und die Daten liegen auf deinem Server. Genau das ist der Punkt.

Nächster Schritt

Rechnet sich das für dich?

Sag mir, was du heute an Lizenzen zahlst und für wie viele Leute. Dann rechnen wir es zusammen durch — auch dann, wenn am Ende „lohnt sich nicht" herauskommt.